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Montag, 11. April 2016, Folge 005

Hey Du! Ja, du! Wie wäre es, wenn heute Nacht eine kleine Fee käme und morgen wäre dein Problem verschwunden? Wie wäre das für dich? Würdest du dich besser fühlen? Oder würdest du dir ein neues Problem suchen? Wie   wäre   es,   wenn   ich   dir   sage,   dass   der   Schlüssel   zu   deinem   Glück   in   dir   selbst   liegt?   Und   dass   du   zum   glücklich   sein   einfach   nur   anfangen   musst,   dich selbst zu lieben! DU kannst dich nicht selbst lieben? Was hindert dich daran? Du hast schlechte Erfahrungen gemacht. Du bist verletzt worden, tief und nachhaltig. Menschen haben dir weh getan. Körperlich. Seelisch. Du bist wie der Mond. Du hast viele Krater. Manche sind groß, manche kleiner, viele tiefer, manche oberflächlich. So    wie    der    Mond    viele    Einschläge    ertragen    muss,    durch    Meteoriten,    Fremdkörper.    Ja,    auch    durch    Menschen.    Denn    die    Fußabdrücke    der    ersten Mondbesucher sind auch heute noch tief ein die staubige Oberfläche eingedrückt. Und trotzdem sehen wir den Mond jeden Abend am Himmel. Groß und hell erscheint er uns in der Nacht. Er zeigt stolz seine Krater, die wir unseren Kindern als den “Mann im Mond” zeigen. Also frage ich dich nochmal: Was hindert dich daran, deine “Krater und Verletzungen” stolz zu tragen und sie als Teil von dir anzunehmen? Warum zeigst du der Welt nicht dein helles Gesicht, anstatt ihr den Rücken zu kehren und dich zurück zu ziehen auf “die dunkle Seite des Mondes”? Der “Mann im Mond” dient Kindern als Zeichen der Sicherheit. Denn er wacht über die Menschen in der Nacht. Vieleicht sind deine “Krater” einfach deine Wächter, die dich davor bewahren, dass dir schlimme Dinge noch einmal passieren. Aber    auch    wenn    du    Krater    hast,    tiefe    Krater,    so    ist    die    Substanz    -    dein    Ich    -    noch    genauso    vorhanden    wie    vorher.    Sie    ist    nur    ein    bisschen zusammengedrückt und ihre Ränder sind “aufgewühlt”. Und trotzdem ist sie noch da. Wenn   du   also   anfängst,   deine   Krater   als   einen   Teil   von   dir   anzunehmen,   wirst   du   auch   dein   Ich   wieder   annehmen   und   den   ersten   Schritt   gehen,   dich selbst zu lieben. Und mit dieser Liebe kannst du deine Krater “ausbeulen” und füllen. Es werden vielleicht Narben bleiben, aber die Krater werden weniger tief.

Montag, 25. Januar 2016, Folge 004

Im    Bereich    der    Tiergestützten    Interventionen    gibt    es    bisher    nur    wenige    aussagekräftige    Studien    für    die    Bereiche    der    Posttraumatischen Belastungsreaktionen   und   den   Bereich   der   demenziellen   Erkrankungen.   Es   gab   bisher   keine   Langzeitstudien   und   keine   Studien   mit   repräsentativen Stichproben. Des Weiteren gab es bis dato keine wirksame Therapieform  für posttraumatische Belastungsreaktionen im Alter. Da   bisher   nur   explorative   Studien   ohne   repräsentativen   Charakter   vorlagen,   ist   es   selbst   den   Dachverbänden   ISAAT   und   ESAAT   bisher   nicht   gelungen, eine   politische   Lobby   für   den   Bereich   der   Tiergestützten   Interventionen   zu   schaffen   und   damit   eine   öffentliche   Anerkennung   der   therapeutischen Wirksamkeit  zu erzielen. Die   von   mir   und   meinem   Team   des   Team   Wolfsblut   Therapiehunde-Ausbildungszentrum   von   2009   bis   2013   durchgeführte   Langzeitstudie    wurde   mit dem   Hauptzweck   begonnen,   wissenschaftlich   zu   erforschen,   ob   sich   die   langfristige   Wirksamkeit   von   Tiergestützten   Interventionen   /   Therapien   belegen oder   widerlegen   lässt.   Und   ob   ferner   ein   deutlicher   Unterschied   zwischen   theoretisch   und   praktisch   ausgebildeten   Mensch-Hunde-Teams   festzustellen ist. Die   grundlegende   Fragestellung   war,   ob   durch   den   Einsatz   eines   Therapiehunde-Teams   eine   langfristige   Besserung    der   bisher   eingeschränkten Alltagskompetenz   zu   erreichen   ist.   Ferner   ob   durch   den   gezielten   therapeutischen   Einsatz    der   Hunde   eine   Resonanz   schneller   zu   erreichen   ist   oder   ob somit   auch   eine   Resonanz   in   bestimmten   Fällen   vermieden   werden   kann,   wenn   z.B.   die   körperlichen   Auswirkungen   der   Traumaintrusion    negative gesundheitliche Folgen hätten. Nachdem   wir   in   unserer   Arbeit   mit   demenziell   erkrankten   älteren   Männern   und   Frauen   mit   der   Aufarbeitung   von   Gewalt   und   traumatischen   Ereignissen im   Ersten,   aber   vor   allem   im   Zweiten   Weltkrieg   in   Berührung   gekommen   sind,   treffen   wir   nun   vermehrt   auf   Menschen,   die   die   Kriege   der   letzten   40   Jahre miterlebt haben – vom Vietnamkrieg, der 1975 endete, bis zu den aktuellen Unruhen in der arabischen Welt. In   der   Wanderungsstatistik    der   über   die   Auslandsgrenzen   zugezogenen   Ausländerinnen   und   Ausländer   1975   –   2009   des   Bundesamtes   für   Migration und   Flüchtlinge   (BAMF)   zeigt   sich,   nach   einem   deutlichen   Anstieg   ab   dem   Jahr   1984,   der   Höhepunkt   der   Flüchtlingsbewegungen    in   den   Jahren   1992 und 1993. Wenn   man   davon   ausgeht,   dass   der   größte   Teil   der   Flüchtlinge   zu   diesem   Zeitpunkt   das   Erwachsenenalter   bereits   erreicht   hatte,   gehören   sie   heute   –   20 Jahre später – und in der nahen Zukunft zur Gruppe der älteren Menschen  ab 65 Jahre. Vor   allem   leiden   ältere   Frauen   unter   den   traumatischen   Erlebnissen,   denn   in   einigen   vermittelten   Erziehungsstrukturen   ist   die   Verarbeitung   von   z.B. sexueller   Gewalt   gegen   (muslimische)   Frauen   immer   noch   ein   absolutes   Tabu.   Eine   psychosoziale   Versorgung    ist   oft   nicht   oder   nur   schwer   möglich,   da die   betroffenen   Frauen   schweigen   und   eine   emotionale   Verarbeitung   der   Erlebnisse   nicht   zulassen   können.   Schamgefühl    spielt   dabei   eine   große   Rolle. Die   Frauen   werden   dazu   erzogen,   Gewalt   gegen   sich   „zulassen   zu   müssen“,   da   sie   durch   religiöse   Weltanschauung    als   „weniger   Wert“   im   Gegensatz   zu Männern eingestuft werden. Gewalt   gegen   Frauen    beginnt   schon   in   den   eigenen   Familien,   z.B.   durch   Zwangsverheiratung   und   den   psychischen   Druck,   der   Familie   „keine   Schande zu   machen“.   Werden   Frauen   von   Außen   durch   Gewalt   traumatisiert,   z.B.   durch   Vergewaltigung   innerhalb   eines   Kriegszustandes,   ist   die   Situation   für   die Frauen   noch   schlimmer,   da   sie   „in   Schande   entehrt   wurden“   und   es   z.B.   im   durch   Krieg   gebeutelten   Afrika   üblich   ist,   die   Frauen   daraufhin   aus   den Familien zu verstoßen. Die   Liste   der   Kriege   und   die   Migrationsstatistik   haben   wir   mit   der   Statistik   über   die   Epidemiologie   der   Demenz   der   Deutschen   Alzheimer   Gesellschaft   in Verbindung   gebracht,   nach   der   die   Zahl   der   an   Demenz   erkrankten   Menschen   von   aktuell   1,1   Millionen    Jahr   für   Jahr   um   durchschnittlich   35.000 ansteigen wird und sich bis ins Jahr 2040 auf 2,2 Millionen  verdoppelt. Wenn   wir   davon   ausgehen,   dass   die   Zahl   der   an   Demenz   erkrankten   Menschen   drastisch   ansteigen   wird   und   dies   in   Verbindung   mit   der   Zahl   der eingebürgerten    Flüchtlinge    in    NRW    bringen,    begegnen    wir    schon    heute    und    in    naher    Zukunft    einer    Generation,    die    traumatische    Erlebnisse aufarbeiten muss . In   der   Traumatherapie    wurden   mit   der   von   Dr.   Francine   Shapiro   erarbeiteten   Methode   EMDR    (Eye   Movement   Desensitization   and   Reprocessing)   gute Erfolge   erzielt.   Mehr   als   14   Studien   belegen   dies   bereits.   Die   von   Psychotherapeuten   und   Ärzten   angewandte   Methode   EMDR   funktioniert   jedoch   nur, wenn   man   dem   Patienten   den   Zusammenhang   zwischen   Erlebnissen   und   Gefühlen    noch   plausibel   erklären   kann.   Dies   ist   bei   Demenzkranken   nicht mehr mglich. Ältere   Menschen   werden   oft   „schwierig“,   ohne   das   für   Angehörige,   Betreuer   oder   Pflegepersonal   ein   Grund   erkennbar   ist.   Durch   die   Rückentwicklung des Gehirns im Alter kommen die Menschen eher mit Erinnerungen in Berührung, die sie nicht kompensieren und kontrollieren  können. Bisher   gab   es   für   an   Demenz   erkrankte,   traumatisierte   Menschen   keine   wirksame   therapeutische   Methode   um   Traumata   lösen   und/oder   bewältigen   zu   können.   Vielmehr   werden   ältere   Menschen   die   z.B.   akute   Belastungsreaktionen   zeigen,   in   der   Gerontopsychiatrie   medikamentös   eingestellt   und somit   ruhig   gestellt.   Eine   Lösung   der   Stressreaktionen,   die   schon   durch   kleine   Veränderungen   im   Alltag    ausgelöst   werden   können,   werden   bisher   für ältere Menschen gar nicht in Betracht gezogen, denn die gängigen psychotherapeutischen Manahmen sind nur schwer oder gar nicht mehr möglich. Die Ergebnisse der Studie sind übertragbar auf klinisch aus therapierte Menschen mit posttraumatischen Belastungsreaktionen. Mit   einer   repräsentativen   Stichprobe   von   über   14.900   Mensch-Hund-Kontakten ,   soll   die   Studie   auch   als   Grundlage   für   zukünftige   Studien   dienen   und ist replizierbar. Aus   den   Ergebnissen   der   Studie   hat   das   Team   Wolfsblut   Therapiehunde-Ausbildungzentrum   ein   ganzheitliches   Konzept   zur   Ausbildung   und   zum   Einsatz von     Therapiehunde-Teams     -     die     “Dualaktivierende     Canistherapie”      -     entwickelt.     Wir     beraten     Hundeschulen     und     Vereine,     aber     auch Senioreneinrichtungen, Hospize und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zu diesem Konzept.

Montag, 18. Januar 2016, Folge 003

Warum blogge ich? Diese Frage habe ich mir in den letzten Wochen sehr intensiv gestellt. Was bringt ein Blog und wen will ich damit erreichen? Sinn eines Blogs ist es, Menschen zu erreichen und zu begeistern. Das ist auch Sinn meines Unternehmens. Ich bin Unternehmensberaterin, weil ich andere Unternehmer begeistern möchte, für ihren Job und die Liebe zu dem, was sie tun. Neben der typischen Beratertätigkeit, bekommen meine Kunden auch “rechts und links vom eigentlichen Beratungsthema” viele Tipps und Kniffe, die sie für ihre Tätigkeit gebrauchen können. Deshalb möchte ich auch mit meinem Blog für Sie als Leser einen kostenlosen Mehrwert schaffen. Ab sofort gibt es also immer Montags einen neuen Blog zu Themen, die Sie hoffentlich begeistern werden! Beginnen werde ich nächsten Montag mit Informationen rund um die Langzeitstudie zum Einsatz von Hunden in Tiergestützten Interventionen. Wenn Sie mögen, melden Sie sich für den Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig die neusten Topics. Oder schauen Sie immer montags auf meinem Blog vorbei!

Donnerstag, 22. Oktober 2015 Folge 002

In den letzten Tagen haben mich viele Leute gefragt, warum ich mir „so viel Stress“ antun würde. Den Job, ein Kind, drei Hunde und nun auch noch zehn Hundebabys. Die Geburt der Kleinen war wieder einmal ein Highlight in meinem Leben. Obwohl   es   drei   anstrengende   Tage   waren,   in   denen   wir   warten,   bangen   und   hoffen   mussten,   Entscheidungen   treffen   mussten   und   Leben   verloren haben, dennoch Lebensqualität dazu gewonnen haben und am Tagesende glücklich eingeschlafen sind. Der letzte Mann, den ich kennen gelernt habe, hat mich gefragt, ob ich „ein bisschen Hundeverrückt“ sei. Erst wollte ich antworten: „Nein. Natürlich nicht!“ Aber dann sagte ich zu ihm: „Ja, das bin ich. Und ich fühle mich sehr wohl damit.“ Meine   Hunde   machen   im   Haushalt   die   wenigste   Arbeit.   Okay,   gerade   jetzt,   zu   dieser   herbstlichen   Jahreszeit,   machen   sie   Dreck.   Aber   den   würden   andere Familienmitglieder auch machen. Mein   Sohn,   ein   Kleinkind   mit   19   Monaten,   macht   auch   viel   Unordnung.   Ständig   läuft   man   Slalom   um   Spielsachen   herum   und   räumt   Dinge,   an   denen man   hängt,   aus   seiner   Reichweite   weg.   Und   diese   Reichweite   wird   immer   größer.   Seitdem   er   Türen   aufmachen   kann,   muss   man   noch   mehr   auf   ihn achten. Aber auch das empfinde ich nicht als Stress! Stress   hatte   ich   früher,   bevor   ich   mich   selbständig   gemacht   habe.   Ich   habe   nach   dem   Abitur   eine   Ausbildung   zur   Hotelfachfrau   gemacht   und   auch danach noch lange in der Gastronomie gearbeitet. Im   Hotel   war   ich   unter   anderem   für   das   Beschwerdemanagement   zuständig.   Ich   war   die   Pufferzone   zwischen   der   Chefetage   und   dem   unzufriedenen Gast. Mein Job war es, für die Fehler der Kollegen gerade zu stehen und den Gast zu beruhigen und zufrieden zu stellen. DAS war Stress. Heute   ist   das   anders.   Mache   ich   einen   Fehler,   bin   ich   selbst   dafür   verantwortlich.   Machen   andere   einen   Fehler,   ist   das   nicht   mein   Problem.   Es   liegt   nicht in meiner Einflusszone. Damit gehe ich viel entspannter durchs Leben. Auch wenn der Alltag mal stressig ist, weil viele Termine anstehen und man alles koordinieren muss. Es   ist   alles   eine   Sache   des   Managements.   Mein   Alltag   läuft   nach   einem   gewissen   Schema   ab.   Aufstehen,   das   Kind   versorgen,   zur   Betreuung   bringen,   die Tiere   versorgen   und   dann   ins   Büro   gehen.   Nachmittags   hole   ich   mein   Kind   ab   und   verbringe   die   restliche   Zeit   bis   zum   schlafen   gehen   intensiv   mit   ihm. Dann hat Mama Feierabend und Zeit für ihrem Schatz. Wenn   keine   Kinderbetreuung   ist,   plane   ich   meine   Zeit   so,   dass   ich   in   den   Stunden   arbeite,   in   denen   mein   Kind   schläft.   Das   ist   etwas   anstrengender,   aber auch machbar. Seit   meinem   Schulabschluss   habe   ich   viele   Erfahrungen   gesammelt,   habe   mich   mit   Vorgesetzten   auseinander   gesetzt,   habe   Firmen   aufgebaut,   bin stressresistenter geworden und habe aber auch schätzen gelernt, wie entspannt ein Alltag ohne Stress ist. Deshalb    genieße    ich    meinen    Alltag    heute    sehr.    Auch    wenn    die    nächsten    Wochen    mit    zehn    Welpen    etwas    wuselig    werden.    Mit    dem    richtigen Management wird auch diese Zeit nicht stressig. Denn   meine   liebste   Entspannung   –   nach   dem   Spielen   mit   der   Eisenbahn   zusammen   mit   meinem   Sohn   –   ist   es,   den   Welpen   zuzusehen.   Jeden   Tag   kann man neue Entwicklungsschritte wahrnehmen und das löst bei mir den größten Oxytocin-Rausch aus, den man sich wünschen kann. Daraus   schöpfe   ich   die   Kraft   für   die   Begleitung   meiner   Kunden   und   vertiefe   meine   Theorien,   warum   gerade   Hunde   Manager   zu   entspannteren   und damit besseren Managern machen können.

Montag, 13. April 2015 - Folge 001

Warum   sollten   Therapiehunde-Teams   –   und   hier   vor   allem   nicht   nur   die   Hunde   –   praktisch   ausgebildet   werden?   Wo   liegen   die   Vorteile   einer   fundierten praktischen Ausbildung durch positives Training? In    den    Einsatzgebieten    der    Therapiehunde-Teams    kommt    man    nicht    immer    nur    mit    fröhlichen    freundlichen    Schulkindern    in    Berührung,    die freudestrahlend in die Klasse kommen – voll im Oxytocin-Rausch – weil sie sich über das flauschige Hündchen so freuen. Nein.   In   einigen   Bereichen   –   zum   Beispiel   mit   psychisch   kranke   Menschen   und   Menschen   mit   demenziellen   Erkrankungen   –   kommen   speziell   die   Hunde, aber   auch   das   gesamte   Team   mit   Konfliktsituationen   in   Berührung.   Angefangen   bei   schlichter   Ablehnung,   können   aber   auch   Situationen   entstehen,   in denen   der   Mensch   für   den   Hund   völlig   unberechenbar   wird.   Viele   psychisch   kranke   Menschen   leiden   unter   Affektstörungen,   das   heißt   sie   reagieren   in bestimmten    Situationen    völlig    unangemessen    für    den    Betrachter.    Beispiele    hierfür    sind    plötzliche    Weinkrämpfe,    Wutausbrüche,    Traurigkeit, übertriebene Freude, aber auch Rückzug, Ablehnung, bis hin zu aggressivem Verhalten mit körperlichen Attacken. Dem   menschlichen   Part   des   Therapiehunde-Teams   kann   man   solche   Verhaltensweisen   rational   medizinisch   erklären   und   Verständnis   dafür   vermitteln. In den meisten Fällen ist auch bereits eine pädagogische, medizinische oder pflegerische Ausbildung vorhanden. Warum   aber   sollte   sich   ein   Hund   –   der   evolutionär   gesehen   immer   noch   ein   instinktgesteuerter   Beutegreifer   ist   –   friedlich   und   gelassen   solchen Situationen aussetzen? Normalerweise    kommt    jeder    Haushund    aufgrund    seiner    genetischen    Veranlagung    auch    sehr    gut    ohne    den    Menschen    als    Dosenöffner    zurecht. Polarisierend gesagt ist auch ein Mops noch in der Lage, sich sein Essen im Fall des Falles selber zu besorgen! Befürworter   der   „theoretischen   Ausbildung“,   die   aus   verkaufstechnischen   Gründen   auch   oft   als   Studium   oder   Weiterbildung   bezeichnet   wird,   bisher aber   nicht   offiziell   anerkannt   ist,   werden   argumentieren,   dass   ein   „echter   Therapiebegleithund“   oder   auch   ein   „echter   Assistenzhund“   dazu   geboren   sein muss und deshalb auch die Chance auf einen „echten“ sehr gering ist. Daher   sind   in   diesem   Argumentationsstrang   auch   nur   ganz   bestimmte   Rassen   und   diese   auch   wiederum   nur   von   ganz   bestimmten   Züchtern   geeignet. Praktischerweise   kooperieren   diese   Züchter   dann   auch   meistens   mit   dem   jeweiligen   Institut   und   der   Preis   eines   Welpen   sollte   daher   in   der   Höhe natürlich   dem   ganz   speziellen   Aufwand   der   genetischen   Selektion   und   der   Auswahl   durch   das   geschulte      Züchterauge   geschuldet   sein.   Also   ist   ein „echter Therapiebegleithund“ natürlich nicht billig – wie auch das Studium. Hier   schließt   sich   der   Argumentationskreis   in   der   Begriffsdefinition,   die   von   Verfechtern   der   theoretischen   Ausbildung   vehement   verteidigt   wird.   Der Hund wird als TherapieBEGLEIThund bezeichnet, da er nur als (unausgebildeter) Co-Therapeut fungiert. Im   Gegensatz   zu   einem   praktisch   ausgebildeten   Therapiehunde-Team,   in   dem   der   Hund   als   selbständig   mitarbeitender   und   fester   therapeutischer Bestandteil des Teams seine Bezeichnung als Therapiehund wirklich verdient. Zum   Vergleich:   Ein   Rettungshund   läuft   ja   auch   nicht   nur   neben   dem   Sanitäter   her,   sondern   arbeitet   selbständig   und   zuverlässig   seinen   Einsatzbereich ab. Dafür bedarf es ebenso einer praktischer Ausbildung und vielen Trainingsstunden. Der   zweite   und   ebenfalls   feste   Bestandteil   des   Teams   ist   der   Mensch,   der   als   Therapiehundeführer   seine   Bezeichnung   ebenso   verdient.   Denn   er   lenkt und leitet den Hund nicht nur an, sondern unterstützt ihn in schwierigen Situationen und signalisiert ihm Sicherheit in seinen Entscheidungen. Denn   der   Hund,   der   in   unmittelbarer   Nähe   zum   Klienten/Patienten   (oder   auch   zum   Schulkind)   interagiert,   muss   innerhalb   von   Bruchteilen   einer Sekunde eigene Entscheidungen treffen, wie er reagiert. Und hier schließt sich der Kreis zur praktischen Ausbildung. Nehmen wir ein Beispiel, dass im realen Einsatz passiert ist. Der   praktisch   ausgebildete   Hund   –   hier   eine   belgische   Schäferhündin   –   kam   innerhalb   einer   Gruppensituation   mit   15   Teilnehmern   in   Kontakt   mit   einer alten   Dame,   die   neben   einer   beginnenden   Demenz   auch   bereits   psychische   Veränderungen   hatte.   Sie   lebte   aber   noch   im   häuslichen   Umfeld   und   kam tagsüber zu Aktivitäten in die Senioreneinrichtung, die das Therapiehunde-Team besuchte. Der    Gruppenbesuch    mit    zwei    Teams    verlief    zunächst    ganz    normal.    Es    wurde    gestreichelt,    gelacht,    gespielt    und    viel    erzählt    von    den    eigenen Begegnungen   mit   Tieren.   Die   ausgebildete   Hündin   ging   zu   der   alten   Dame   und   legte   ihren   Kopf   auf   deren   Schoß.   Unvermittelt   beugte   die   alte   Dame ihren   Kopf   zum   Hund   herunter,   packte   den   Hundekopf   mit   beiden   Händen   und   zog   kräftig   daran.   Sie   packte   den   Hund   sozusagen   „in   den   Schwitzkasten“ und ließ auch auf Zureden der Pflegekräfte und der Hundeführer den Hund nicht los. Sie würgte ihn einige Minuten lang. Was hätte ein unausgebildeter Hund in dieser Situation getan? Welche   Möglichkeiten   hat   ein   Hund   dann   überhaupt?   Als   instinktgesteuerter   Beutegreifer   hat   der   Hund   natürlich   seine   Zähne   zur   Verfügung.   Welpen lernen schon kurz nach der Geburt spielerisch, sich zu verteidigen, mit Pfoten, Körpereinsatz und mit den Zähnen. Ein   untrainierter   Hund   hätte   also   sofort   versucht,   sich   durch   Drehen,   Abstoßen   und   Zubeißen   aus   der   Gefahrensituation   zu   befreien.   Da   hilft   auch   die beste theoretische Ausbildung des Hundeführers nicht. Ein   praktisch   ausgebildeter   und   trainierter   Hund   hat   gelernt,   in   solchen   Situationen   zunächst   auf   die   Unterstützung   seines   Teamkollegen   –   also   des Hundeführers – zu vertrauen und abzuwarten, was dieser ihm signalisiert. Das   schaffte   in   diesem   Beispielfall   den   nötigen   Zeitraum,   um   die   Dame   so   weit   zu   beruhigen,   dass   sie   den   Hund   wieder   los   ließ.   Der   Hund   kam   mit   vier ausgerenkten Halswirbeln, die beim Tierarzt behandelt werden mussten, und einem großen Schrecken aus diesem Einsatz. Trotzdem ging die Hündin eine Woche später wieder freudig zu der alten Dame, ließ sich von ihr allerdings erst einmal nicht anfassen. Ein   praktisch   ausgebildeter   Hund   lernt   in   der   Ausbildung   Situationen   kennen,   in   denen   er   die   Kontrolle   abgeben   und   sich   voll   und   ganz   auf   die Unterstützung   seines   Teamkollegen   verlassen   muss.   Und   sein   Teamkollege   Mensch   lernt,   ihm   diese   Unterstützung   jederzeit   geben   zu   können,   obwohl   er sich   zusätzlich   noch   auf   den   Klienten/Patienten/Schüler   und   das   Umfeld   konzentrieren   muss.   Solch   ein   Training   kann   kein   Buch,   Vortrag   oder   Studium ersetzen! Der Einsatz von Therapie(begleit)hunden ist in Deutschland leider bisher noch nicht gesetzlich geregelt. Es besteht keine einheitliche Prüfungsordnung und auch kein Kontrollorgan, dass den tierschutzgerechten Einsatz regelt und kontrolliert. Viele Tiere - nicht nur Hunde sondern neuerdings auch viele Nutztierarten - werden unausgebildet eingesetzt. Der Stresspegel für z.B. Beutetiere wie Kaninchen wird nicht berücksichtigt.
Therapie mit Assistenzhunden
© Team Wolfsblut e.V. 2016
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Montag, 11. April 2016, Folge 005

Hey Du! Ja,   du!   Wie   wäre   es,   wenn   heute   Nacht   eine   kleine Fee     käme     und     morgen     wäre     dein     Problem verschwunden? Wie wäre das für dich? Würdest   du   dich   besser   fühlen?   Oder   würdest   du dir ein neues Problem suchen? Wie   wäre   es,   wenn   ich   dir   sage,   dass   der   Schlüssel zu   deinem   Glück   in   dir   selbst   liegt?   Und   dass   du zum   glücklich   sein   einfach   nur   anfangen   musst, dich selbst zu lieben! DU   kannst   dich   nicht   selbst   lieben?   Was   hindert dich daran? Du   hast   schlechte   Erfahrungen   gemacht.   Du   bist verletzt    worden,    tief    und    nachhaltig.    Menschen haben dir weh getan. Körperlich. Seelisch. Du    bist    wie    der    Mond.    Du    hast    viele    Krater. Manche    sind    groß,    manche    kleiner,    viele    tiefer, manche oberflächlich. So   wie   der   Mond   viele   Einschläge   ertragen   muss, durch    Meteoriten,    Fremdkörper.    Ja,    auch    durch Menschen.    Denn    die    Fußabdrücke    der    ersten Mondbesucher   sind   auch   heute   noch   tief   ein   die staubige Oberfläche eingedrückt. Und   trotzdem   sehen   wir   den   Mond   jeden   Abend am   Himmel.   Groß   und   hell   erscheint   er   uns   in   der Nacht. Er     zeigt     stolz     seine     Krater,     die     wir     unseren Kindern als den “Mann im Mond” zeigen. Also    frage    ich    dich    nochmal:    Was    hindert    dich daran,   deine   “Krater   und   Verletzungen”   stolz   zu tragen und sie als Teil von dir anzunehmen? Warum    zeigst    du    der    Welt    nicht    dein    helles Gesicht,    anstatt    ihr    den    Rücken    zu    kehren    und dich   zurück   zu   ziehen   auf   “die   dunkle   Seite   des Mondes”? Der   “Mann   im   Mond”   dient   Kindern   als   Zeichen der   Sicherheit.   Denn   er   wacht   über   die   Menschen in der Nacht. Vieleicht     sind     deine     “Krater”     einfach     deine Wächter,     die     dich     davor     bewahren,     dass     dir schlimme Dinge noch einmal passieren. Aber   auch   wenn   du   Krater   hast,   tiefe   Krater,   so   ist die   Substanz   -   dein   Ich   -   noch   genauso   vorhanden wie       vorher.       Sie       ist       nur       ein       bisschen zusammengedrückt      und      ihre      Ränder      sind “aufgewühlt”. Und trotzdem ist sie noch da. Wenn   du   also   anfängst,   deine   Krater   als   einen   Teil von    dir    anzunehmen,    wirst    du    auch    dein    Ich wieder   annehmen   und   den   ersten   Schritt   gehen, dich selbst zu lieben. Und    mit    dieser    Liebe    kannst    du    deine    Krater “ausbeulen”     und     füllen.     Es     werden     vielleicht Narben   bleiben,   aber   die   Krater   werden   weniger tief.

Montag, 25. Januar 2016, Folge 004

Im   Bereich   der   Tiergestützten   Interventionen   gibt es   bisher   nur   wenige   aussagekräftige   Studien   für die           Bereiche           der           Posttraumatischen Belastungsreaktionen      und      den      Bereich      der demenziellen   Erkrankungen.   Es   gab   bisher   keine Langzeitstudien        und        keine        Studien        mit repräsentativen Stichproben. Des    Weiteren    gab    es    bis    dato    keine    wirksame Therapieform                für               posttraumatische Belastungsreaktionen im Alter. Da      bisher      nur      explorative      Studien      ohne repräsentativen   Charakter   vorlagen,   ist   es   selbst den    Dachverbänden    ISAAT    und    ESAAT    bisher nicht    gelungen,    eine    politische    Lobby    für    den Bereich     der     Tiergestützten     Interventionen     zu schaffen         und         damit         eine         öffentliche Anerkennung              der              therapeutischen Wirksamkeit  zu erzielen. Die     von     mir     und     meinem     Team     des     Team Wolfsblut        Therapiehunde-Ausbildungszentrum von         2009         bis         2013         durchgeführte Langzeitstudie      wurde     mit     dem     Hauptzweck begonnen,    wissenschaftlich    zu    erforschen,    ob sich         die         langfristige         Wirksamkeit         von Tiergestützten       Interventionen       /       Therapien belegen   oder   widerlegen   lässt.   Und   ob   ferner   ein deutlicher   Unterschied   zwischen   theoretisch   und praktisch     ausgebildeten     Mensch-Hunde-Teams festzustellen ist. Die    grundlegende    Fragestellung    war,    ob    durch den     Einsatz     eines     Therapiehunde-Teams     eine langfristige            Besserung             der            bisher eingeschränkten    Alltagskompetenz    zu    erreichen ist.        Ferner        ob        durch        den        gezielten therapeutischen      Einsatz       der      Hunde      eine Resonanz   schneller   zu   erreichen   ist   oder   ob   somit auch      eine      Resonanz      in      bestimmten      Fällen vermieden       werden       kann,       wenn       z.B.       die körperlichen                  Auswirkungen                  der Traumaintrusion         negative        gesundheitliche Folgen hätten. Nachdem    wir    in    unserer    Arbeit    mit    demenziell erkrankten   älteren   Männern   und   Frauen   mit   der Aufarbeitung     von     Gewalt     und     traumatischen Ereignissen   im   Ersten,   aber   vor   allem   im   Zweiten Weltkrieg   in   Berührung   gekommen   sind,   treffen wir   nun   vermehrt   auf   Menschen,   die   die   Kriege der    letzten    40    Jahre    miterlebt    haben    –    vom Vietnamkrieg,     der     1975     endete,     bis     zu     den aktuellen Unruhen in der arabischen Welt. In     der     Wanderungsstatistik      der     über     die Auslandsgrenzen     zugezogenen     Ausländerinnen und   Ausländer   1975   –   2009   des   Bundesamtes   für Migration   und   Flüchtlinge   (BAMF)   zeigt   sich,   nach einem   deutlichen   Anstieg   ab   dem   Jahr   1984,   der Höhepunkt   der   Flüchtlingsbewegungen    in   den Jahren 1992 und 1993. Wenn   man   davon   ausgeht,   dass   der   größte   Teil der      Flüchtlinge      zu      diesem      Zeitpunkt      das Erwachsenenalter   bereits   erreicht   hatte,   gehören sie   heute   –   20   Jahre   später   –   und   in   der   nahen Zukunft   zur   Gruppe   der   älteren   Menschen    ab 65 Jahre. Vor     allem     leiden     ältere     Frauen     unter     den traumatischen      Erlebnissen,      denn      in      einigen vermittelten        Erziehungsstrukturen        ist        die Verarbeitung    von    z.B.    sexueller    Gewalt    gegen (muslimische)   Frauen   immer   noch   ein   absolutes Tabu.    Eine    psychosoziale    Versorgung     ist    oft nicht      oder      nur      schwer      möglich,      da      die betroffenen       Frauen       schweigen       und       eine emotionale     Verarbeitung     der     Erlebnisse     nicht zulassen   können.   Schamgefühl    spielt   dabei   eine große    Rolle.    Die    Frauen    werden    dazu    erzogen, Gewalt   gegen   sich   „zulassen   zu   müssen“,   da   sie durch    religiöse    Weltanschauung     als    „weniger Wert“     im     Gegensatz     zu     Männern     eingestuft werden. Gewalt    gegen    Frauen     beginnt    schon    in    den eigenen   Familien,   z.B.   durch   Zwangsverheiratung und    den    psychischen    Druck,    der    Familie    „keine Schande   zu   machen“.   Werden   Frauen   von   Außen durch        Gewalt        traumatisiert,        z.B.        durch Vergewaltigung   innerhalb   eines   Kriegszustandes, ist   die   Situation   für   die   Frauen   noch   schlimmer, da   sie   „in   Schande   entehrt   wurden“   und   es   z.B.   im durch    Krieg    gebeutelten    Afrika    üblich    ist,    die Frauen daraufhin aus den Familien zu verstoßen. Die    Liste    der    Kriege    und    die    Migrationsstatistik haben   wir   mit   der   Statistik   über   die   Epidemiologie der        Demenz        der        Deutschen        Alzheimer Gesellschaft   in   Verbindung   gebracht,   nach   der   die Zahl   der   an   Demenz   erkrankten   Menschen   von aktuell      1,1      Millionen       Jahr      für      Jahr      um durchschnittlich   35.000   ansteigen   wird   und   sich bis ins Jahr 2040 auf 2,2 Millionen  verdoppelt. Wenn   wir   davon   ausgehen,   dass   die   Zahl   der   an Demenz        erkrankten        Menschen        drastisch ansteigen   wird   und   dies   in   Verbindung   mit   der Zahl     der     eingebürgerten     Flüchtlinge     in     NRW bringen,   begegnen   wir   schon   heute   und   in   naher Zukunft    einer    Generation,    die    traumatische Erlebnisse aufarbeiten muss . In   der   Traumatherapie    wurden   mit   der   von   Dr. Francine    Shapiro    erarbeiteten    Methode    EMDR   (Eye           Movement           Desensitization           and Reprocessing)    gute    Erfolge    erzielt.    Mehr    als    14 Studien       belegen       dies       bereits.       Die       von Psychotherapeuten      und      Ärzten      angewandte Methode    EMDR    funktioniert    jedoch    nur,    wenn man      dem      Patienten      den      Zusammenhang zwischen     Erlebnissen     und     Gefühlen      noch plausibel        erklären        kann.        Dies        ist        bei Demenzkranken nicht mehr mglich. Ältere    Menschen    werden    oft    „schwierig“,    ohne das   für   Angehörige,   Betreuer   oder   Pflegepersonal ein        Grund        erkennbar        ist.        Durch        die Rückentwicklung    des    Gehirns    im    Alter    kommen die      Menschen      eher      mit      Erinnerungen      in Berührung,    die    sie    nicht    kompensieren    und kontrollieren  können. Bisher      gab      es      für      an      Demenz      erkrankte, traumatisierte        Menschen        keine        wirksame therapeutische    Methode    um    Traumata    lösen und/oder     bewältigen      zu     können.     Vielmehr werden       ältere       Menschen       die       z.B.       akute Belastungsreaktionen           zeigen,           in           der Gerontopsychiatrie      medikamentös      eingestellt und     somit     ruhig     gestellt.     Eine     Lösung     der Stressreaktionen,      die      schon      durch      kleine Veränderungen     im     Alltag      ausgelöst     werden können,   werden   bisher   für   ältere   Menschen   gar nicht    in    Betracht    gezogen,    denn    die    gängigen psychotherapeutischen      Manahmen      sind      nur schwer oder gar nicht mehr möglich. Die   Ergebnisse   der   Studie   sind   übertragbar   auf klinisch        aus        therapierte        Menschen        mit posttraumatischen Belastungsreaktionen. Mit    einer    repräsentativen    Stichprobe    von    über 14.900   Mensch-Hund-Kontakten ,   soll   die   Studie auch   als   Grundlage   für   zukünftige   Studien   dienen und ist replizierbar. Aus    den    Ergebnissen    der    Studie    hat    das    Team Wolfsblut   Therapiehunde-Ausbildungzentrum   ein ganzheitliches   Konzept   zur   Ausbildung   und   zum Einsatz       von       Therapiehunde-Teams       -       die “Dualaktivierende   Canistherapie”    -   entwickelt. Wir    beraten    Hundeschulen    und    Vereine,    aber auch       Senioreneinrichtungen,       Hospize       und Einrichtungen   für   Menschen   mit   Behinderungen zu diesem Konzept.

Montag, 18. Januar 2016, Folge 003

Warum   blogge   ich?   Diese   Frage   habe   ich   mir   in   den   letzten   Wochen   sehr intensiv gestellt. Was bringt ein Blog und wen will ich damit erreichen? Sinn   eines   Blogs   ist   es,   Menschen   zu   erreichen   und   zu   begeistern.   Das   ist auch Sinn meines Unternehmens. Ich   bin   Unternehmensberaterin,   weil   ich   andere   Unternehmer   begeistern möchte, für ihren Job und die Liebe zu dem, was sie tun. Neben    der    typischen    Beratertätigkeit,    bekommen    meine    Kunden    auch “rechts und links vom eigentlichen Beratungsthema” viele Tipps und Kniffe, die sie für ihre Tätigkeit gebrauchen können. Deshalb    möchte    ich    auch    mit    meinem    Blog    für    Sie    als    Leser    einen kostenlosen Mehrwert schaffen. Ab   sofort   gibt   es   also   immer   Montags   einen   neuen   Blog   zu   Themen,   die   Sie hoffentlich begeistern werden! Beginnen    werde    ich    nächsten    Montag    mit    Informationen    rund    um    die Langzeitstudie zum Einsatz von Hunden in Tiergestützten Interventionen. Wenn   Sie   mögen,   melden   Sie   sich   für   den   Newsletter   an   und   erhalten   Sie regelmäßig die neusten Topics. Oder schauen Sie immer montags auf meinem Blog vorbei!

Donnerstag, 22. Oktober 2015 Folge 002

In    den    letzten    Tagen    haben    mich    viele    Leute gefragt,    warum    ich    mir    „so    viel    Stress“    antun würde. Den   Job,   ein   Kind,   drei   Hunde   und   nun   auch   noch zehn Hundebabys. Die    Geburt    der    Kleinen    war    wieder    einmal    ein Highlight in meinem Leben. Obwohl    es    drei    anstrengende    Tage    waren,    in denen   wir   warten,   bangen   und   hoffen   mussten, Entscheidungen     treffen     mussten     und     Leben verloren    haben,    dennoch    Lebensqualität    dazu gewonnen    haben    und    am    Tagesende    glücklich eingeschlafen sind. Der   letzte   Mann,   den   ich   kennen   gelernt   habe, hat      mich      gefragt,      ob      ich      „ein      bisschen Hundeverrückt“ sei. Erst wollte ich antworten: „Nein. Natürlich nicht!“ Aber   dann   sagte   ich   zu   ihm:   „Ja,   das   bin   ich.   Und ich fühle mich sehr wohl damit.“ Meine   Hunde   machen   im   Haushalt   die   wenigste Arbeit.   Okay,   gerade   jetzt,   zu   dieser   herbstlichen Jahreszeit,   machen   sie   Dreck.   Aber   den   würden andere Familienmitglieder auch machen. Mein   Sohn,   ein   Kleinkind   mit   19   Monaten,   macht auch   viel   Unordnung.   Ständig   läuft   man   Slalom um    Spielsachen    herum    und    räumt    Dinge,    an denen    man    hängt,    aus    seiner    Reichweite    weg. Und      diese      Reichweite      wird      immer      größer. Seitdem    er    Türen    aufmachen    kann,    muss    man noch mehr auf ihn achten. Aber auch das empfinde ich nicht als Stress! Stress   hatte   ich   früher,   bevor   ich   mich   selbständig gemacht    habe.    Ich    habe    nach    dem    Abitur    eine Ausbildung   zur   Hotelfachfrau   gemacht   und   auch danach      noch      lange      in      der      Gastronomie gearbeitet. Im     Hotel     war     ich     unter     anderem     für     das Beschwerdemanagement   zuständig.   Ich   war   die Pufferzone    zwischen    der    Chefetage    und    dem unzufriedenen    Gast.    Mein    Job    war    es,    für    die Fehler   der   Kollegen   gerade   zu   stehen   und   den Gast   zu   beruhigen   und   zufrieden   zu   stellen.   DAS war Stress. Heute   ist   das   anders.   Mache   ich   einen   Fehler,   bin ich    selbst    dafür    verantwortlich.    Machen    andere einen   Fehler,   ist   das   nicht   mein   Problem.   Es   liegt nicht in meiner Einflusszone. Damit    gehe    ich    viel    entspannter    durchs    Leben. Auch   wenn   der   Alltag   mal   stressig   ist,   weil   viele Termine    anstehen    und    man    alles    koordinieren muss. Es   ist   alles   eine   Sache   des   Managements.   Mein Alltag    läuft    nach    einem    gewissen    Schema    ab. Aufstehen,    das    Kind    versorgen,    zur    Betreuung bringen,   die   Tiere   versorgen   und   dann   ins   Büro gehen.   Nachmittags   hole   ich   mein   Kind   ab   und verbringe    die    restliche    Zeit    bis    zum    schlafen gehen     intensiv     mit     ihm.     Dann     hat     Mama Feierabend und Zeit für ihrem Schatz. Wenn   keine   Kinderbetreuung   ist,   plane   ich   meine Zeit   so,   dass   ich   in   den   Stunden   arbeite,   in   denen mein   Kind   schläft.   Das   ist   etwas   anstrengender, aber auch machbar. Seit     meinem     Schulabschluss     habe     ich     viele Erfahrungen       gesammelt,       habe       mich       mit Vorgesetzten    auseinander    gesetzt,    habe    Firmen aufgebaut,    bin    stressresistenter    geworden    und habe   aber   auch   schätzen   gelernt,   wie   entspannt ein Alltag ohne Stress ist. Deshalb    genieße    ich    meinen    Alltag    heute    sehr. Auch     wenn     die     nächsten     Wochen     mit     zehn Welpen   etwas   wuselig   werden.   Mit   dem   richtigen Management wird auch diese Zeit nicht stressig. Denn    meine    liebste    Entspannung    –    nach    dem Spielen     mit     der     Eisenbahn     zusammen     mit meinem   Sohn   –   ist   es,   den   Welpen   zuzusehen. Jeden    Tag    kann    man    neue    Entwicklungsschritte wahrnehmen   und   das   löst   bei   mir   den   größten Oxytocin-Rausch    aus,    den    man    sich    wünschen kann. Daraus   schöpfe   ich   die   Kraft   für   die   Begleitung meiner    Kunden    und    vertiefe    meine    Theorien, warum   gerade   Hunde   Manager   zu   entspannteren und damit besseren Managern machen können.

Montag, 13. April 2015 - Folge 001

Warum   sollten   Therapiehunde-Teams   –   und   hier vor     allem     nicht     nur     die     Hunde     –     praktisch ausgebildet   werden?   Wo   liegen   die   Vorteile   einer fundierten        praktischen        Ausbildung        durch positives Training? In   den   Einsatzgebieten   der   Therapiehunde-Teams kommt    man    nicht    immer    nur    mit    fröhlichen freundlichen     Schulkindern     in     Berührung,     die freudestrahlend   in   die   Klasse   kommen   –   voll   im Oxytocin-Rausch     –     weil     sie     sich     über     das flauschige Hündchen so freuen. Nein.    In    einigen    Bereichen    –    zum    Beispiel    mit psychisch   kranke   Menschen   und   Menschen   mit demenziellen    Erkrankungen    –    kommen    speziell die    Hunde,    aber    auch    das    gesamte    Team    mit Konfliktsituationen   in   Berührung.   Angefangen   bei schlichter       Ablehnung,       können       aber       auch Situationen   entstehen,   in   denen   der   Mensch   für den     Hund     völlig     unberechenbar     wird.     Viele psychisch       kranke       Menschen       leiden       unter Affektstörungen,     das     heißt     sie     reagieren     in bestimmten   Situationen   völlig   unangemessen   für den   Betrachter.   Beispiele   hierfür   sind   plötzliche Weinkrämpfe,          Wutausbrüche,          Traurigkeit, übertriebene      Freude,      aber      auch      Rückzug, Ablehnung,   bis   hin   zu   aggressivem   Verhalten   mit körperlichen Attacken. Dem     menschlichen     Part     des     Therapiehunde- Teams      kann      man      solche      Verhaltensweisen rational    medizinisch    erklären    und    Verständnis dafür   vermitteln.   In   den   meisten   Fällen   ist   auch bereits     eine     pädagogische,     medizinische     oder pflegerische Ausbildung vorhanden. Warum      aber      sollte      sich      ein      Hund      –      der evolutionär        gesehen        immer        noch        ein instinktgesteuerter   Beutegreifer   ist   –   friedlich   und gelassen solchen Situationen aussetzen? Normalerweise   kommt   jeder   Haushund   aufgrund seiner    genetischen    Veranlagung    auch    sehr    gut ohne    den    Menschen    als    Dosenöffner    zurecht. Polarisierend   gesagt   ist   auch   ein   Mops   noch   in der   Lage,   sich   sein   Essen   im   Fall   des   Falles   selber zu besorgen! Befürworter   der   „theoretischen   Ausbildung“,   die aus    verkaufstechnischen    Gründen    auch    oft    als Studium     oder     Weiterbildung     bezeichnet     wird, bisher   aber   nicht   offiziell   anerkannt   ist,   werden argumentieren,             dass             ein             „echter Therapiebegleithund“     oder     auch     ein     „echter Assistenzhund“    dazu    geboren    sein    muss    und deshalb   auch   die   Chance   auf   einen   „echten“   sehr gering ist. Daher   sind   in   diesem   Argumentationsstrang   auch nur    ganz    bestimmte    Rassen    und    diese    auch wiederum    nur    von    ganz    bestimmten    Züchtern geeignet.     Praktischerweise     kooperieren     diese Züchter   dann   auch   meistens   mit   dem   jeweiligen Institut   und   der   Preis   eines   Welpen   sollte   daher   in der   Höhe   natürlich   dem   ganz   speziellen   Aufwand der   genetischen   Selektion   und   der   Auswahl   durch das   geschulte      Züchterauge   geschuldet   sein.   Also ist     ein     „echter     Therapiebegleithund“     natürlich nicht billig – wie auch das Studium. Hier   schließt   sich   der   Argumentationskreis   in   der Begriffsdefinition,      die      von      Verfechtern      der theoretischen     Ausbildung     vehement     verteidigt wird.    Der    Hund    wird    als    TherapieBEGLEIThund bezeichnet,    da    er    nur    als    (unausgebildeter)    Co- Therapeut fungiert. Im   Gegensatz   zu   einem   praktisch   ausgebildeten Therapiehunde-Team,     in     dem     der     Hund     als selbständig          mitarbeitender          und          fester therapeutischer     Bestandteil     des     Teams     seine Bezeichnung als Therapiehund wirklich verdient. Zum    Vergleich:    Ein    Rettungshund    läuft    ja    auch nicht    nur    neben    dem    Sanitäter    her,    sondern arbeitet      selbständig      und      zuverlässig      seinen Einsatzbereich   ab.   Dafür   bedarf   es   ebenso   einer praktischer            Ausbildung            und            vielen Trainingsstunden. Der    zweite    und    ebenfalls    feste    Bestandteil    des Teams          ist          der          Mensch,          der          als Therapiehundeführer   seine   Bezeichnung   ebenso verdient.   Denn   er   lenkt   und   leitet   den   Hund   nicht nur    an,    sondern    unterstützt    ihn    in    schwierigen Situationen    und    signalisiert    ihm    Sicherheit    in seinen Entscheidungen. Denn   der   Hund,   der   in   unmittelbarer   Nähe   zum Klienten/Patienten    (oder    auch    zum    Schulkind) interagiert,   muss   innerhalb   von   Bruchteilen   einer Sekunde    eigene    Entscheidungen    treffen,    wie    er reagiert. Und   hier   schließt   sich   der   Kreis   zur   praktischen Ausbildung. Nehmen   wir   ein   Beispiel,   dass   im   realen   Einsatz passiert ist. Der    praktisch    ausgebildete    Hund    –    hier    eine belgische    Schäferhündin    –    kam    innerhalb    einer Gruppensituation   mit   15   Teilnehmern   in   Kontakt mit      einer      alten      Dame,      die      neben      einer beginnenden    Demenz    auch    bereits    psychische Veränderungen    hatte.    Sie    lebte    aber    noch    im häuslichen      Umfeld      und      kam      tagsüber      zu Aktivitäten    in    die    Senioreneinrichtung,    die    das Therapiehunde-Team besuchte. Der     Gruppenbesuch     mit     zwei     Teams     verlief zunächst    ganz    normal.    Es    wurde    gestreichelt, gelacht,   gespielt   und   viel   erzählt   von   den   eigenen Begegnungen      mit      Tieren.      Die      ausgebildete Hündin   ging   zu   der   alten   Dame   und   legte   ihren Kopf    auf    deren    Schoß.    Unvermittelt    beugte    die alte   Dame   ihren   Kopf   zum   Hund   herunter,   packte den    Hundekopf    mit    beiden    Händen    und    zog kräftig   daran.   Sie   packte   den   Hund   sozusagen   „in den    Schwitzkasten“    und    ließ    auch    auf    Zureden der   Pflegekräfte   und   der   Hundeführer   den   Hund nicht los. Sie würgte ihn einige Minuten lang. Was    hätte    ein    unausgebildeter    Hund    in    dieser Situation getan? Welche      Möglichkeiten      hat      ein      Hund      dann überhaupt?    Als    instinktgesteuerter    Beutegreifer hat      der      Hund      natürlich      seine      Zähne      zur Verfügung.   Welpen   lernen   schon   kurz   nach   der Geburt     spielerisch,     sich     zu     verteidigen,     mit Pfoten, Körpereinsatz und mit den Zähnen. Ein   untrainierter   Hund   hätte   also   sofort   versucht, sich   durch   Drehen,   Abstoßen   und   Zubeißen   aus der   Gefahrensituation   zu   befreien.   Da   hilft   auch die        beste        theoretische        Ausbildung        des Hundeführers nicht. Ein   praktisch   ausgebildeter   und   trainierter   Hund hat   gelernt,   in   solchen   Situationen   zunächst   auf die   Unterstützung   seines   Teamkollegen   –   also   des Hundeführers    –    zu    vertrauen    und    abzuwarten, was dieser ihm signalisiert. Das    schaffte    in    diesem    Beispielfall    den    nötigen Zeitraum,    um    die    Dame    so    weit    zu    beruhigen, dass   sie   den   Hund   wieder   los   ließ.   Der   Hund   kam mit     vier     ausgerenkten     Halswirbeln,     die     beim Tierarzt   behandelt   werden   mussten,   und   einem großen Schrecken aus diesem Einsatz. Trotzdem    ging    die    Hündin    eine    Woche    später wieder   freudig   zu   der   alten   Dame,   ließ   sich   von ihr allerdings erst einmal nicht anfassen. Ein    praktisch    ausgebildeter    Hund    lernt    in    der Ausbildung   Situationen   kennen,   in   denen   er   die Kontrolle   abgeben   und   sich   voll   und   ganz   auf   die Unterstützung     seines     Teamkollegen     verlassen muss.   Und   sein   Teamkollege   Mensch   lernt,   ihm diese   Unterstützung   jederzeit   geben   zu   können, obwohl      er      sich      zusätzlich      noch      auf      den Klienten/Patienten/Schüler      und      das      Umfeld konzentrieren   muss.   Solch   ein   Training   kann   kein Buch, Vortrag oder Studium ersetzen! Der Einsatz von Therapie(begleit)hunden ist in Deutschland leider bisher noch nicht gesetzlich geregelt. Es besteht keine einheitliche Prüfungsordnung und auch kein Kontrollorgan, dass den tierschutzgerechten Einsatz regelt und kontrolliert. Viele Tiere - nicht nur Hunde sondern neuerdings auch viele Nutztierarten - werden unausgebildet eingesetzt. Der Stresspegel für z.B. Beutetiere wie Kaninchen wird nicht berücksichtigt.
Therapie mit Assistenzhunden